7 Fragen – das Update mit Timo Riedle von Evalea

Vor drei Jahren habe ich unter dem Titel „7 Fragen an…“ eine Interviewreihe mit unterschiedlichsten StartUp’s gestartet, diesem Beispiel sind ja mittlerweile einige Blogger-Kollegen gefolgt. Jetzt ist es an der Zeit mal nachzufragen, wie es den StartUp’s in der Zwischenzeit ergangen ist und was es nach einigen Monaten Neues gibt. So ziemlich genau 2 Jahre ist es her, seit wir das erste Interview mit Timo Riedle von Evalea im Juni 2016 geführt haben. Es freut mich, dass wir uns nun nochmal über sein StartUp Evalea unterhalten können.

Doch als Erstes: Timo, wie geht es dir und deinem StartUp?

Danke der Nachfrage Thomas. Glücklicherweise kann ich sowohl für Evalea als auch für mich von einer sehr guten Lage berichten.

Hat sich in den ursprünglichen Zielen etwas verändert?

Das ursprüngliche Ziel, die Wirksamkeit von Weiterbildungen besser messbar und somit effizienter zu machen ist immer noch unser Kernfokus.

Erfreulicherweise werden wir aber immer wieder von Kunden „zweckentfremdet“ und haben damit neue Geschäftsfelder und somit auch Ziele adaptiert. So werden wir sehr häufig zur Evaluation von Unternehmensprojekten aus anderen Bereichen genutzt. Des Weiteren rollen wir gerade nach und nach mehr Möglichkeiten zur Seminarverwaltung aus.

 

Wie erlebst du derzeit den Markt? Gibt es neue Herausforderungen, die du wahr nimmst?

Der Markt sortiert sich so langsam. Es gibt zumindest weniger wahrgenommene Neugründungen und die etablierten HR-Dienstleister haben ihr Portfolio so langsam beisammen.

Nachdem vor 2 Jahren noch jeder bei Digitalisierungsfragen „können wir“ gesagt hat, geht aktuell der Trend wieder stärker zur Spezialisierung der Lösung durch Einbindung in die bestehenden Softwarelandschaften und Prozesse. Auch von Seiten der HR-Bereiche ist da glaub ich wieder etwas mehr Ruhe eingekehrt und die Angst vor Ablösung durch alleskönnende HR-Lösungen ist der bewussten Wahl von digitaler Unterstützung gewichen.

Wir haben uns im ersten Interview über die angebliche Technikfeindlichkeit der Personaler unterhalten. Gibt es hier in der letzten Zeit Veränderungen?

Das Feindbild ist in meiner Wahrnehmung nicht mehr so stark. Was zwischenzeitlich aber in meinen Augen noch kritischer war, war die Ansicht das Technik ein Allheilmittel ist und über alles einfach darübergestülpt werden kann. So sollten nur noch schlanke, hocheffiziente Prozesse mit einem 100% Automatisierungsgrad und 200 % Synergieeffekte entstehen. Oftmals hat man da aber, so glaube ich, in den HR-Abteilungen die eigene Belegschaft vergessen und ist im SPRINT & Design-Thinking-Rausch ein Stück weit von der eigenen Basis abgerückt.

Insgesamt ist es jetzt aber wesentlich entspannter, da die tollen Möglichkeiten der digitalen Lösungen realistischer eingeordnet und sinnvoller eingesetzt werden.

Die Digitalisierung ist in aller Munde und mit deinem StartUp trägst du ja auch einen gewissen Teil dazu bei. Wie hat sich die Digitalisierung in der letzten Zeit auf dein Business-Modell ausgewirkt?

Die Digitalisierung ist ein Stück weit selbstverständlicher geworden. Während wir anfangs noch häufig die HR-Abteilungen mit Unterlagen oder auch Vorträgen in der internen Kommunikation beim Roll-Out unterstützt haben, steigen wir bei Kundengesprächen jetzt viel direkter beim Nutzen ein und es Bedarf nicht mehr so viel Sensibilisierung für automatische Unterstützungen.

Hier haben auch wir gelernt, dass es nicht die eine richtige digitale Lösung gibt, sondern die digitale Lösung so flexibel sein muss, sich dem besten unternehmensinternen Prozess unterstützend anzuschließen. Natürlich ist es nach wie vor aber auch unser Bestreben neue Impulse mit den technischen Möglichkeiten für „verbesserte“ Prozesse zu geben, so z.B mit unserer Transferbefragung.

Und zum Schluss wieder die Frage – wohin geht es mit deinem StartUp in den nächsten Jahren, was sind deine Ziele?

Nachdem der erste Härtetest erfolgreich gemeistert wurde und wir auf sehr erfolgreichen Wachstumszahlen weiterentwickeln können, bedarf es jetzt der überlegten Einbeziehung weiterer Bereiche.

Wir möchten den HR-Abteilungen und ihren Schnittstellen im Unternehmen weitere Entscheidungshilfen, sowohl für die Weiterbildung als auch für andere Bereiche liefern.

Wir möchten uns nicht anmaßen hier alle relevanten Faktoren in einer einzelnen Kennzahl herunter zu brechen. Wir haben jedoch die Expertise und Erfahrung im Zusammenhang zwischen den verschiedenen Kennzahlen, welche wir gerne den HR-Abteilungen dieser Welt zur Verfügung stellen möchten.

Timo, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg!

Thomas Eggert

Schon seit fast 30 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Personalarbeit, ob zuerst als Personalmanager oder später als Partner der Personalmanager. Meine Themen sind vor allem das operative Personalmanagement, das neben den Themen wie Recruiting oder Personalentwicklung die Basis des Personalgeschäfts absichert und weiterhin die Effizienz in modernen Personalabteilungen. Ich bin heute Geschäftsführer bei der BEGIS GmbH und SiiWii GmbH und in den verschiedensten Gremien, unter anderem als Beirat der Messe Zukunft Personal tätig.

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