7 Fragen an Kai Uhlig von Userlane

7 Fragen an …

… damit stelle ich seit 2016 unterschiedlichste StartUps aus der HR-Branche vor und immer wieder gibt es Player am Markt, die sich meinen Fragen stellen.

Auf das heutige Interview freue ich mich besonders. Denn ich konnte bei einer Software Userlane bereits aktiv einsetzen und war begeistert von der Einfachheit und schellen Einsatzmöglichkeit. Und so darf ich heute Kai Uhlig von Userlane vorstellen, auch er hat sich meinen 7 Fragen gestellt:

Wer ist Userlane und was machst Du da?

Der Münchner SaaS-Anbieter Userlane überträgt das einfache Prinzip eines Navigationssystems auf Software. Dafür haben wir einen virtuellen Assistenten entwickelt, der die Nutzer Klick für Klick durch Programme führt.

Kern der Userlane-Technologie sind sogenannte interaktive Guides. Das sind Schritt-für-Schritt-Anleitungen, die sich in jede browserbasierte Software integrieren lassen.

Sie führen die Nutzer live in der Anwendung durch sämtliche Prozesse. Den Nutzern wird wie in einem Navigationssystem gezeigt, wo sie in der jeweiligen Software klicken müssen. Dabei werden alle Bildschirm-Elemente ausgeblendet, die für die jeweilige Aufgabe irrelevant sind. So lässt sich jede Art von Software auf einem hohen Niveau bedienen – ganz ohne Vorkenntnisse.

Als einer der drei Mitgründer bin ich bei Userlane verantwortlich für Product Design, Marketing und UX.

Wie ist denn Eure Unternehmensidee entstanden und was wollt Ihr mit Eurer Firma erreichen?

Die Idee entstand bei einem Roadtrip, als ich mich zusammen mit den beiden künftigen Mitgründern in den Bergen verirrte. Mit dem letzten Prozent Smartphone-Akku konnten wir das Navigationsgerät aktivieren und uns sicher ans Ziel führen lassen. Diese Situation hat uns klar gemacht, wie wichtig einfache, interaktive Anleitungen zur rechten Zeit sein können. Wir fragten uns “Warum gibt es so etwas nicht für Software?”

Die Mission von Userlane lautet: Software soll für alle zugänglich werden – ganz ohne Vorwissen oder Training.

Dafür stellen wir unseren Kunden einen einen Editor zur Verfügung, mit dem sie eigene interaktive Guides ohne Programmierkenntnisse erstellen und in beliebige browserbasierte Anwendungen integrieren können. Unsere Lösung richtet sich an Unternehmen, die Mitarbeiter in neuer Software schulen müssen.

Software-Einführungen stellen selbst für kleine und mittelständische Unternehmen eine Herausforderung dar, da Schulungen teuer und zeitaufwendig sind. Mitarbeiter müssen in Kleingruppen geschult werden und können in der Trainingszeit nicht zum Tagesgeschäft beitragen.

Hinzu kommt, dass jede Software-Oberfläche mit der Zunahme an Funktionen unübersichtlich und damit weniger nutzerfreundlich wird. Das Problem besteht besonders bei Enterprise-Software, die komplexe Strukturen und Geschäftsprozesse abbildet.

Mit unserer Technologie kann eine unbegrenzte Anzahl von Mitarbeitern – egal ob 100 oder 100.000 – am eigenen Arbeitsplatz in kurzer Zeit nachhaltig geschult werden.

So können Unternehmen die Kosten für Schulungen und Onboarding erheblich reduzieren, Anwender effizienter schulen und qualifizierte Mitarbeiter unabhängig von Softwarekenntnissen einstellen.

Personaler gelten als nicht sehr innovativ und eher technikfeindlich, vor allem wenn es um die eigene Rolle geht. Warum gerade diese Branche und wie habt Ihr dieses Vorurteil bisher erlebt bzw. wie wollt Ihr dem Entgegenwirken?

Dieses Vorurteil können wir nicht bestätigen. Bisher haben wir sehr positive Erfahrungen mit innovationsfreundlichen Personaler*innen gemacht, die die Digitalisierung im eigenen Unternehmen aktiv vorantreiben wollen.

Technikfeindlichkeit entsteht generell aus Angst und Unsicherheit. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Niemand hat Lust, vertraute Arbeitsabläufe umzustellen. Die positiven Aspekte müssen ersichtlich sein und die ersten Erfolgserlebnisse schnell eintreten. Denn wer den Nutzen direkt erlebt, hat kein Problem mit neuen Technologien oder Arbeitsweisen.

 

 

Was waren die größten Schwierigkeiten am Anfang und wie seid Ihr damit umgegangen?

Wie bei jedem Startup war die Finanzierung zu Beginn eine große Herausforderung.

Jeder von uns hat vollzeit gearbeitet und unsere Geschäftsidee neben der regulären Arbeit finanziert. Meine kleine Wohnung diente als Büro. Die schrecklich unbequemen Stühle, auf denen wir tagelang gesessen sind und getüftelt haben, dienten als Motivation, unsere Idee schnell voranzutreiben.

Hinzu kommt, das wir nicht zur eigenen Zielgruppe gehörten und viel recherchieren mussten, bevor wir uns überhaupt an einen Prototypen wagen konnten.

Wir haben jede freie Minute damit verbracht, Kontakte zu Investoren zu knüpfen, potentielle Kunden zu befragen und unsere Software weiterzuentwickeln. Die Geduld zahlte sich aus.

Zwei Jahre nach der Gründung stehen hinter dem Unternehmen knapp 5 Millionen Euro Funding. Unser Team ist auf 60 Leute angewachsen. Mittlerweile haben wir sogar echte Schreibtische und bequeme Stühle.

Welches war bisher Euer größter Erfolg und wie habt Ihr diesen gefeiert?

Zu den großen Meilensteinen gehören die beiden Finanzierungsrunden mit unseren Wunschinvestoren Capnamic, dem HTGF, dem Main Incubator und FTR-Venture.

Außerdem sind wir unserem Ziel, möglichst vielen Menschen den Umgang mit Software zu erleichtern, ein gutes Stück näher gekommen. Unser Startup ist erst zwei Jahre alt, doch es werden bereits mehr als 7 Millionen Menschen weltweit mit unserer Technologie geschult.

Was würdest Du in der Personalarbeit sofort ändern und Warum?

In vielen großen Unternehmen sind jährliche Review-Gespräche zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten üblich. Wir finden, dass dieser Ansatz niemanden weiterbringt. Um erfolgreich zu sein, müssen Mitarbeiter kontinuierlich Feedback bekommen und weitergebildet werden.

Lass uns zum Abschluss mal in die Zukunft schauen. In 2 Jahren seid Ihr …

…der neue Standard für Software-Ergonomie. Genau wie Navigationssysteme in Autos heute Standard sind, soll in Zukunft keine Software ohne Userlane ausgeliefert werden.

 

Kai, vielen Dank für das Interview

 

Und das ist Kai Uhlig:

 

Kajetan Uhlig ist Mitgründer und Geschäftsführer der Userlane GmbH. Mit akademischem Hintergrund in Psychologie und Rechtswissenschaften betreut er seit über 7 Jahren internationale Marken in Customer Experience und E-Learning.

 

 

Thomas Eggert

Schon seit fast 30 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Personalarbeit, ob zuerst als Personalmanager oder später als Partner der Personalmanager. Meine Themen sind vor allem das operative Personalmanagement, das neben den Themen wie Recruiting oder Personalentwicklung die Basis des Personalgeschäfts absichert und weiterhin die Effizienz in modernen Personalabteilungen. Ich bin heute Geschäftsführer bei der BEGIS GmbH und SiiWii GmbH und in den verschiedensten Gremien, unter anderem als Beirat der Messe Zukunft Personal tätig.

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