7 Fragen an Joey Fleck von Digifom

7 Fragen an …

… damit stelle ich seit 2016 unterschiedlichste StartUps aus der HR-Branche vor und immer wieder gibt es Player am Markt, die sich meinen Fragen stellen.

Heute stellt sich Joey Fleck von Digifom meinen 7 Fragen, hier das Interview:


Wer ist Digifom und was machst Du da?

Digifom ist ein in Dortmund gegründetes Startup, das interaktive E-Learning-Formate für Unternehmen entwickelt. Ich bin Joey Fleck, Gründer und CEO des Startups. Spezialisiert hat sich unser Team auf die innovative Verknüpfung aus E-Learning und Onboarding. Neue Mitarbeiter werden mit spielerischen Online-Kursen zeit- und ortsunabhängig eingearbeitet. Auch ich bin selbst in der Produktentwicklung aktiv und bringe dort pädagogisch-didaktische Sichtweisen ein, um unser Produkt „Staffprax“ weiterzuentwickeln.

Wie ist denn Eure Unternehmensidee entstanden und was wollt Ihr mit Eurer Firma erreichen?

Ich selbst habe einen sozialwissenschaftlichen Background und lehre aktuell auch als Dozent im beruflichen Bildungssektor. Während meines Studiums in Münster bin ich dann erstmal wissenschaftlich und praktisch mit E-Learning in Kontakt geraten. Während ich mich dort mit Live Classrooms beschäftigt habe, ergründete ich in meiner Freizeit Online-Kurse, Learning-Management-Systeme und diverse E-Learning Tools. Da ich davon direkt fasziniert war und dieses Gefühl weitertragen wollte, bin ich einige Situationen aus meiner eigenen beruflichen Praxis durchgegangen. Dabei habe ich festgestellt, dass mir ein Online-Kurs vor einem beruflichen Neueinstieg im Job enorm weitergeholfen hätte. Denn häufig ist es der Fall gewesen, dass man einen dicken Aktenordner auf den Tisch gelegt bekommen hat oder ein erfahrener Kollege regelrecht abgestellt wurde für diese Aufgabe. Genau das wollte ich ändern. Daher habe ich mir Verstärkung geholt und mit meinem Team eine Umfrage zur Einarbeitung in deutschen Unternehmen gestartet. Das Ergebnis: Elektronische Hilfsmittel zur Einarbeitung werden fast überhaupt nicht eingesetzt. Das war dann der endgültige Auslöser, um ein gezieltes Produkt für dieses Problem zu entwickeln.

Unser heutiges Ziel: Jedes Unternehmen sollte E-Learning effektiv und effizient für die Onboarding-Phase einsetzen können. Vor allem hinsichtlich der Qualität und Nachhaltigkeit wollen wir Unternehmen bei der Einarbeitung neuer Mitarbeiter unterstützen. Am meisten Freude bereitet es uns Freude praxisnahe Inhalte zu entwerfen, um alte Aktenordner und unübersichtliche Papierstapel in digitale Lernerlebnisse zu verwandeln.

Personaler gelten als nicht sehr innovativ und eher technikfeindlich, vor allem wenn es um die eigene Rolle geht. Warum gerade diese Branche und wie habt Ihr dieses Vorurteil bisher erlebt bzw. wie wollt Ihr dem entgegenwirken?

Natürlich kann man diese Meinung nicht auf alle Personaler übertragen. Eine naheliegende Vermutung könnte sein, dass Personaler durch den Einsatz von Technik befürchten den persönlichen Bezug zu den Mitarbeitern zu verlieren. Doch das ist nicht richtig. Klar scheint auch, dass sich der HR-Bereich momentan in einem Umbruch befindet und einige digitale Lösungen Ihren Einzug finden.

Daher achten wir bei der Einführung von E-Learning im Unternehmen genau darauf die Anforderungen, Meinungen und Wünsche unserer Kunden einzufangen. Dies ermöglicht uns, unsere Kunden dort abzuholen wo sie stehen. Durch eine erste Demo und dem kinderleichten Umgang unserer Lösung versuchen wir genau diese mögliche Feindseligkeit gegen Technik zu mindern. Genau wie in einem richtigen Online-Kurs, kommt es hier auf frühzeitige Erfolgserlebnisse und die Praxisnähe an. Dadurch, dass wir Individualcontent entwickeln, können Personaler meist schnell den Nutzen für Ihre speziellen Anliegen erkennen.

Was waren die größten Schwierigkeiten am Anfang und wie seid Ihr damit umgegangen?

Ein eigenes Qualitätskonzept auf die Beine zu stellen und technische Entwicklung waren zwei Hürden. Diese haben wir durch viele Meetings und Teamwork gemeistert.

Hinzukommend war und ist die räumliche Distanz unseres Teams. Auch wenn unser Produkt digital funktioniert, sind wir auf Tools zur besseren Kommunikation angewiesen. Dennoch bin persönlich sehr froh, dass unser Team komplementär aufgestellt ist. Es treffen unterschiedliche Meinungen aufeinander, die uns bei unseren Nutzern aus unterschiedlichen Branchen voranbringen.

Welches war bisher Euer größter Erfolg und wie habt Ihr diesen gefeiert?

Der bisher größte Erfolg war Die Gründung des Unternehmens und klar war, dass wir nun so richtig loslegen konnten. Das haben wir mit einem chinesischen Essen direkt im Anschluss gefeiert.

Wir sind jedoch ziemlich sicher, dass dies nicht unser größter Erfolg bleibt, sondern ein wichtiger Schritt, um unserem Ziel näher zu kommen. Wir freuen uns auf jeden Fall auf die Erfolge, die noch kommen werden. Bis dahin arbeiten wir daran E-Learning vor allem im Mittelstand zu etablieren.

Was würdest Du in der Personalarbeit sofort ändern und warum?

In unseren Staffnews schreiben wir regelmäßig über Ideen und Anregungen für die Personalarbeit. Was meiner Meinung nach einen sofortigen Handlungsbedarf hat, ist die Einarbeitungsphase. Auch wenn dieser häufig von Unternehmen gesehen wird, scheitert es oftmals bei der Suche nach einer geeigneten Lösung oder dem Budget. Aussagen wie: „Der neue Mitarbeiter wird sich schon irgendwie einfinden“, stellen keinen Qualitätsmaßstab dar.

Nach dem Vorstellungsgespräch ist die Einfindungsphase noch nicht abgeschlossen, sondern beginnt gerade erst richtig.  Aus diesem Grund sollten Unternehmen die digitale Einarbeitung in Betracht ziehen oder zumindest mehr in die Qualität der Unterlagen investieren.

Darüber hinaus geht häufig das Know-How erfahrener Kollegen bei Renteneintritt aus dem Unternehmen verloren. Genau das gilt es meiner Meinung nach unbedingt zu sammeln und an die nächste Generation weiterzugeben. Am besten direkt zu Beginn.

Lass uns zum Abschluss mal in die Zukunft schauen. In 2 Jahren seid Ihr …

In 2 Jahren sind wir die erste Anlaufstelle für professionelles Onboarding mit E-Learning. Dort sehen wir uns dann mit einem größeren Team, um Unternehmen aus dem deutschsprachigen und internationalen Raum blitzschnell in der Einarbeitung zu unterstützen.

Joey, vielen Dank für das Interview!


Und das ist Joey Fleck:

Joey Fleck ist Gründer und Geschäftsführer der Digifom GmbH.

Er hat seine Wurzeln in den Bereichen Pädagogik und Didaktik. Neben seinen umfangreichen Kenntnissen im Bildungsmarkt und Sozialwesen, ist er Keynote-Speaker und Dozent in der beruflichen Bildung.

Thomas Eggert

Schon seit fast 30 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Personalarbeit, ob zuerst als Personalmanager oder später als Partner der Personalmanager. Meine Themen sind vor allem das operative Personalmanagement, das neben den Themen wie Recruiting oder Personalentwicklung die Basis des Personalgeschäfts absichert und weiterhin die Effizienz in modernen Personalabteilungen. Ich bin heute Geschäftsführer bei der BEGIS GmbH und SiiWii GmbH und in den verschiedensten Gremien, unter anderem als Beirat der Messe Zukunft Personal tätig.

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