Zukunft Personal – wie passen Digitalisierung und Malerei zusammen?

Das war’s mal wieder – zum gefühlten 100sten Mal hat sich die Welt der Personaler und deren Dienstleister in Köln zur Zukunft Personal in vier Messehallen getroffen. Und wie jedes Jahr mit neuen Rekorden, neuen Themen, neuen Vorträgen, neuen Produkten. Ganze 17.809 Personaler haben die Fachmesse an drei Tagen besucht und es sollte wieder das Highlight der Branche werden.

Ich gehe auf die Messe, seit sie besteht. Zum Großteil als Aussteller, ein paar Jahre durfte ich sie aber auch nur als Besucher erleben. Dieses Jahr waren wieder mit der BEGIS und einem etwas außergewöhnlichen Stand vor Ort – doch dazu später mehr.

Die Messe hat sich aus meiner Beobachtung heraus in einigen Bereichen stark verändert, andere scheinen aber seit Jahren vor sich hin zu dümpeln. Wenn ich an die ersten Jahre der Messe denke, dann war das noch eine altbekannte Messestruktur – Hallen mit Ausstellern und einige wenige Orte, an denen etwas „passierte“. Die Aussteller standen an Ihren Ständen und warteten auf die Besucher, die vorbeikamen. Der Besucher konnte in aller Ruhe durch die Reihen gehen und sich auf das konzentrieren, das ihn interessierte. Heute drängen sich 730 Aussteller um die besten Plätze, es gibt 450 Vorträge, Podiumsdiskussion, Keynote-Speaker, Special Shows, Themenfelder, Sonderbereiche, Abendevents, Awards und, und, und. Da wird es für den Besucher schwer, sich im Dschungel der vielen Möglichkeiten zurecht zu finden, aber zum Glück gibt es Webseiten, Apps und Führungen, um seinen Besuchstag vorab zu planen. Von der langweiligen Messe hat sich die Zukunft Personal zum Event gemausert, zumindest in einem Teilbereich. Das Ganze fällt in den vier Hallen sehr unterschiedlich aus.

Spannend und voll mit Besuchern sind in der Regel die Hallen, die sich mit Recruiting, New Work, StartUp’s, HR-Bloggern und so weiter beschäftigen. Hier findet man entweder große Stände zum Beispiel die der Jobbörsen oder ganze „Dörfer“ mit kleineren aber deswegen nicht uninteressante Ausstellern aus der StartUp-Szene – auch Village genannt. Etwas ruhiger wird es dann in den Hallen der Software-Hersteller und Dienstleister. Fast immer die gleichen Stände, wenig „Action“ und in der Regel nur Besucher, die etwas ganz Konkretes suchen. Ansonsten wird diese Halle schnell vom Haupteingang aus durchschritten, um in die Hallen mit der Action zu kommen. Schade eigentlich, denn gerade hier wird durch ganz konkrete Lösungen der Grundstein für eine digitale Prozessgestaltung der Personalabteilungen gelegt …

 

An den Abenden kämpfen mittlerweile auch verschiedene Veranstaltungen um Besucher – das erste Mal fand mit der HR:motion ein großer Event von der Messe für Aussteller und Besucher statt (bisher gab es „nur“ einen Ausstellerabend), dann zum wiederholten Mal die HR Night, die sich mittlerweile als eine der größten Networking-Plattformen für Personalentscheider in Deutschland darstellt und was es sonst noch alles gibt. Mit „HR macht Next Act“ soll der Personaler jetzt bereits am Montag nach Köln gelockt werden, begleitet von der Verleihung eines Awards damit am nächsten Tag auf der Messe der nächste Award verliehen wird. Apropos Awards – spannend finde ich hierbei, dass Auszeichnungen für angeblich neue Dienstleistungen vergeben werden, nur weil ein Anbieter diese zum ersten Mal auf der Messe präsentiert – andere haben dies schon seit vielen Jahren im Portfolio und sind bereits sehr erfolgreich damit. Da kann man schon mal über Sinn und Zweck von Awards diskutieren …

Das große Thema dieses Jahr war natürlich – wie konnte es anders sein – die Digitalisierung. Ein Thema, das uns als BEGIS natürlich sehr entgegen kommt. Immerhin ermöglichen es unsere Produkte und Dienstleistungen den Personalabteilungen mit digitalen Personalakten, Workflows und Portalen selbst den Weg in die Digitalisierung zu gehen. Und hier haben wir dieses Jahr eine interessante Trendwende festgestellt. Wurde im letzten Jahr vor allem die digitale Personalakte diskutiert, ging es dieses Jahr sehr stark um ganzheitliche Lösungen, unsere Workflows als ASP oder SaaS-Lösung, die sämtliche Prozesse der Personalarbeit abbilden und mit einem Portal, der digitalen Personalakte oder der vollautomatischen Dokumentenerstellung abgerundet werden. Die Gespräche waren sehr fundiert, interessiert und ich konnte in keinster Weise feststellen, dass sich Personaler nicht mit diesen Themen beschäftigen – wie manche Berater oder Studien immer wieder behaupten. Die Bereitschaft zur Digitalisierung ist bei vielen vorhanden, häufig ist das noch ein Budgetthema, aber auch dieses lässt sich lösen.

Und trotz aller Digitalisierung sind wir dieses Jahr mit unserem Messestand einen neuen Weg gegangen. Natürlich gab es bei uns auch Arbeitsplätze, um unser System zu präsentieren, aber diese wurden vorher aus Holz-Paletten gefertigt. Bei uns gab es keinen Roboter, der am Stand ferngesteuert auf und ab lief, wir hatten dafür ein interessantes Gemälde – ein Bild einer Münchner Künstlerin, die sonst unter anderem Bühnenbilder oder 3D-Bilder auf Strassen malt. Und genau so ein Bild konnte man auf unserem Stand bewundern.

Die Enstehung

 

Dargestellt haben wir einen Abgrund der bei richtigem Blickwinkel einen absoluten 3D-Effekt hatte. Der Effekt war sensationell und viele sind zu uns gekommen, um darüber zu sprechen und sich selbst über dem Abgrund fotografieren zu lassen.

Der Stand

 

Es war immer wieder verblüffend und schön anzuschauen, wieviel Spaß einzelne Besucher hatten, um sich über dem virtuellen Abgrund ablichten zu lassen. Ein virtueller Abgrund, der nicht von einer VR-Brille projiziert oder durch Bildschirme und Software dargestellt wurde. Hier hat die Künstlerin mit Pinsel und Farbe etwas geschaffen, was wirklich real und sehenswert war – ich bin noch nie so häufig und positiv auf einen Messestand angesprochen worden, wie in diesen drei Tagen.

Die Bilder

 

Es ist doch beruhigend, dass im ganzen Umfeld der Digitalisierung, Technisierung und Automatisierung solche realen Themen die Menschen noch begeistern und wir dennoch mit unseren Leistungen die Digitalisierung vorantreiben können. Und eins ist für uns auch klar – 2018 geht’s für uns vom 11.-13. September 2018 natürlich wieder auf die Messe nach Köln – mal schauen, wie sie sich weiter entwickelt und was wir Neues bringen …

 

PS: Übrigens – wen es interessiert: Die Gestaltung des Standes hat Pierro Mortadella’s Designzirkus übernommen, das Bild kam von KUNST&werk.

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Über Thomas Eggert

Schon seit fast 30 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Personalarbeit, ob zuerst als Personalmanager oder später als Partner der Personalmanager. Meine Themen sind vor allem das operative Personalmanagement, das neben den Themen wie Recruiting oder Personalentwicklung die Basis des Personalgeschäfts absichert und weiterhin die Effizienz in modernen Personalabteilungen. Ich bin heute Geschäftsführer bei der BEGIS GmbH und SiiWii GmbH und in den verschiedensten Gremien, unter anderem als Beirat der Messe Zukunft Personal tätig.

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