Personalarbeit – was ist das eigentlich?

Ach, was wird zur Zeit alles über Personalarbeit berichtet und geschrieben. Da vergraulen Personaler scheinbar Bewerber, da sind Personaler nicht in der Lage, die Digitalisierung zu unterstützen, da können Personaler nicht einmal Unternehmensstrukturen verändern. Doch ist das Bild des Personalers wirklich so schlecht?

ZiP quadrat 500x500 72dpiIch durfte in den letzten Tagen beim SAP Personalforum im Rahmen der Zukunftsinitiative Personal teilnehmen. Dabei hatte ich auch die Gelegenheit, mir den ein oder anderen Vortrag anzuhören. Und natürlich interessierte mich der Vortrag eines Geschäftsführers, der Personalarbeit ohne HR-Abteilung betreibt. Alles sehr spannend und sicherlich nachdenkenswert, wenn Teams ihre eigenen Gehälter festlegen und das Recruiting für Ihre Kollegen komplett selbst machen (von der Stellenbeschreibung über die Ausschreibung bis hin zu den Einstellungsgesprächen und Gehaltsverhandlungen. Aber die Aussage „und die Themen, die keiner machen will, also Arbeitsverträge schreiben oder Gehaltsabrechnung, die haben wir an einer zentralen Stelle zusammengefasst“ war bezeichnend – ist das nicht auch HR-Geschäft? Für ihn scheinbar nicht! Weiterlesen

HR-Effizienz oder wie die Liebe blind machen kann

Marius ist verantwortlich für das HR-Shared Service Center (HR-SSC) eines grösseren Dienstleistungsanbieters und liebt seinen Job und seine Aufgaben. Vor 7 Jahren hat er die Funktion von seinem Vorgänger übernommen, der ihm nach einer halbjährigen Übergangszeit das Zepter übergeben hat und in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist. Marius K. konnte während dieser Übergangszeit viel von seinem Vorgänger lernen, war dieser doch 23 Jahre lang der hoch angesehen Leiter der Personaladministration in dieser Firma. Das Dienstleistungsunternehmen läuft wirtschaftlich einigermassen stabil, in einem hart umkämpften Markt und beschäftigt rund 4.000 Mitarbeitende. Marius gehört als Leiter HR-SSC nun zum Management, wie schon sein Vater der vor 15 Jahren als Leiter Kreditorenbuchhaltung in den Ruhestand ging. Der Umbau der ehemaligen Personaladministration in ein HR-SSC war das erste grosse Projekt von Marius. Im Zentrum des Umbaus stand die Einführung von SAP HCM und die Digitalisierung der alten Personalakten, nun fein säuberlich und mutmasslich „state-of-the-art“ auf dem Server nach Personalnummern geordnet und gespeichert. Der Anglizismus „HR Shared Service Center“ wurde gewählt, weil die Bereichspersonalverantwortlichen sich neuerdings auch HR Business Partner nannten. Man muss ja auch mit der Zeit gehen! Weiterlesen

Ein Hoch auf die Personalarbeit

pro contraEs gibt vermutlich in Deutschland keinen anderen Bereich, über dessen Sinnhaftigkeit so viel diskutiert wird, wie über den Personalbereich (neudeutsch HR). Da wird von einer aussterbenden Spezies gesprochen, da heißt es „Kill HR“ oder das Mitarbeiter „trotz des Personalers“ für Unternehmen gewonnen werden. Laut Studien werden Personaler von Ihren CEO’s nicht akzeptiert und sind kein strategischer Partner für die Unternehmensleitung. Nun, jeder, der ab und zu meinen Blog liest, weiß das ich nicht viel von Studien halte. Vor allem, da diese häufig nur in Großunternehmen durchgeführt werden oder auch oft so interpretiert werden, wie es dem Auftraggeber gerade am liebsten ist. Und wenn man sich auf den verschiedensten Foren umschaut, dann lästern in der Regel nur Berater über den Personaler, die selbst oft noch nie in einer Personalfunktion tätig waren aber genau wissen, wie es geht. Das ist ungefähr genau so, wie wenn ein Bäcker einem Zahnarzt erklärt, wie er einen Zahn behandeln muss (oder auch umgekehrt – der Zahnarzt dem Bäcker erklären muss, wie man Brot bäckt). Ich habe komischerweise so gut wie nie einen Personaler in einem solchen Forum erlebt, der

  • entweder aktiv mit diskutiert oder
  • auch mal den „Berufsstand“ des Personalers verteidigt

Ich hatte mich vor kurzem mit einem Geschäftsführer unterhalten, der neu in der Branche ist und vorher in verschiedenen anderen Branchen und Bereichen tätig war. Er war eigentlich sehr darüber verwundert, dass sich die Personaler so „zerfleischen“ und über sich diskutieren lassen. Er hatte das bisher auch in keinem anderen Bereich oder Branche so erlebt. Weiterlesen

Quo Vadis – Personalwesen: Was heute schief läuft und morgen anders sein sollte

Stefan Nette hat auf seinem Blog „aussYcht: Gen Y, HR und die Zukunft der Arbeit“ eine interessante Interviewreihe gestartet. Auch ich durfte dabei sein – hier ein Teil meiner Antworten auf seine Fragen zur Zukunft der Personalarbeit. Das gesamte Interview ist hier zu finden:

Quo Vadis – Personalwesen: Was heute schief läuft und morgen anders sein sollte.

Die Diskussion ist im vollen Gange und es ist nicht von der Hand zu weisen, dass HR, also das Personalwesen in deutschen Unternehmen derzeit maßgebliche Probleme hat. Nicht überall aber dennoch auffällig, denn mittlerweile ist die Diskussion sogar in den Massenmedien angekommen. Grund genug die Experten zu Wort kommen zu lassen, denn hier werden sich sicherlich viele Interessante Sichtweisen offenbaren und am Ende könnte so ein differenziertes Bild entstehen. Vielleicht ein interessante Sammlung für jeden Personaler, der es zukünftig besser machen und auch wieder bei Unternehmensentscheidungen mitreden will. Weiterlesen

5 Tipps, wie Sie ein Outsourcing-Projekt zum Scheitern bringen

Outsourcing der Personalarbeit ist „in“, „modern“, „effizient“. So liest man es auf der einen Seite. Andererseits gibt es auch viel negative Presse zu dem Thema, es wird vom Scheitern der Projekte gesprochen, von unüberschaubaren Kosten und einer sinkenden Qualität. Nach fast 15 Jahren Outsourcing-Erfahrung und vielen hundert Projekten haben sich 5 Punkte immer wieder wiederholt, die ein Projekt garantiert scheitern lassen.

Die Kosten

Viele Euro Geldscheine„Geiz ist geil“ lautet der Werbespruch eines bekanntes Unternehmens – und es ist spannend, wie schnell sich dieser Spruch auch im Geschäftsleben durchgesetzt hat. Und das ist auch schon ein wichtiger Punkt beim Outsourcing. Denn wenn Sie den Dienstleister ausquetschen wie eine Zitrone und auch noch den letzten Cent verhandeln, wenn Sie den wirklich allerbilligsten Anbieter wählen, dann können Sie sich auch vorstellen, dass der Dienstleister die besten Mitarbeiter mit dem Projekt betraut und auch wirklich alle Prüfmechanismen durchführt. Weiterlesen