Emotionen im Management: verpönt – aber bitter vonnöten

Es ist ganz erstaunlich, wie cool und emotionslos Manager oft wirken wollen. Vor allem in Besprechungen zeigen Krawattenträger gern eine Maske aus Gleichgültigkeit und Indifferenz: ihr Pokerface. Okay, ein Pokerface mag beim Pokerspiel lebensnotwendig sein – und in schlechten Unternehmenskulturen wahrscheinlich auch.

Doch im zwischenmenschlichen Kontakt ist es tödlich, sich nicht in die Karten schauen zu lassen. Denn Emotionslosigkeit macht unberechenbar. In Leerräumen fehlender Klarheit helfen nur Annahmen weiter, man reimt sich die Dinge zusammen. So entstehen Mutmaßungen und Gerüchte mit manchmal verheerenden Folgen.

Menschen hoffen zwar immer auf das Beste, befürchten aber viel öfter das Schlimmste. Deshalb sind Pokerface-Manager auch Energieräuber. Sie nehmen allen in ihrem Umfeld die Kraft und zehren sie aus wie Vampire. So kommt es, dass in Pokerface-Unternehmen alles so blutleer wirkt. Weiterlesen

Kreative Befruchtung braucht räumliche Nähe

Inspiration entsteht durch unkomplizierte Austauschmöglichkeiten. Und gegenseitige Befruchtung braucht räumliche Nähe. Jeder Gedanke wird schärfer und jeder Arbeitsschritt klüger, wenn man dies mit inspirierenden Menschen teilt.

Ein virtueller Beziehungsaufbau ist besser als nix, doch physische Abwesenheit sorgt für gefühlte Distanz. Studien der Boston University haben darüber hinaus gezeigt, dass körperlich anwesende Personen tendenziell positiver beurteilt werden als virtuelle. Weiterlesen

Chancen warten nicht auf Budgetierungstermine

Es ist wieder soweit. Budgetierungsprozesse und Planungsexzesse, durch die für die nächsten Wochen die halbe Firma in Lähmung verfällt, sind wieder dran. Doch nicht nur die Marketingleute sind von der Zahlenseuche befallen, vor dem Kennziffernjoch ist niemand gefeit.

Selbst die Mitarbeiterperformance wird nun über Dashboards und Cockpits gesteuert, so als ob Menschen Maschinen wären, bei denen man die Anzahl der Umdrehungen misst. Bisweilen erscheint mir das wie ein Beschäftigungsprogramm für Sozialanalphabeten. Denn solange man mit der Vermessung des Menschen hantiert, muss man sich nicht mit Herz und Seele befassen. Weiterlesen

Was kostet Führung, Herr Winterkorn?

Gute Führung eigentlich gar nichts, sie ist praktisch umsonst zu haben. Man muss nur seine Mitarbeiter so behandeln, wie man selber behandelt werden möchte. Und das ist eigentlich bei uns allen ziemlich gleich: wir wollen als Person und Mensch ernst genommen und nicht als reine Nummer behandelt werden. Dazu gehört, dass man mit uns spricht, d.h. dass man uns sagt, was man von uns erwartet und auch uns um unsere Meinung fragt. Denn wir haben eine Menge Erfahrung und kennen unseren Arbeitsplatz und unsere Kunden i.d.R. besser als unsere Vorgesetzten, weil die ja weiter weg sind. Wir würden auch gerne Verbesserungsvorschläge machen, denn wir wollen auch, dass es unserem Unternehmen gut geht und wir Weltmarktführer werden. Weiterlesen