Daniel Hieke

Über Daniel Hieke

Geschäftsführer ESCRIBA Schweiz GmbH

Disruptive Personalarbeit

Wie in anderen Branchen und anderen Dienstleistungszweigen, werden disruptive Technologien auch in die lange Zeit behütete Welt der Personalarbeit eindringen und diese sehr wahrscheinlich nachhaltig verändern. (Eine disruptive Technologie (engl. disrupt – unterbrechen, zerreißen) ist eine Innovation, die eine bestehende Technologie, ein bestehendes Produkt  oder eine bestehende Dienstleistung möglicherweise vollständig verdrängt (Quelle: Wikipedia)).

Viele Personalfachleute staunen über disruptive Technologie und Prozesse, wie zum Beispiel der revolutionäre Ansatz der Firma UBER im Umfeld des Personennahverkehrs, bzw. der individuellen Mobilität. Etablierte und eigentlich unumstrittene interne und externe Dienstleister werden plötzlich unmittelbar in ihrer Existenz gefährdet. Der Schutzwall an gesetzlichen Regulatorien mag die Flut in gewissen Bereichen kurz aufhalten, aber eben wahrscheinlich nur kurz. Weiterlesen

HR-Effizienz oder wie die Liebe blind machen kann

Marius ist verantwortlich für das HR-Shared Service Center (HR-SSC) eines grösseren Dienstleistungsanbieters und liebt seinen Job und seine Aufgaben. Vor 7 Jahren hat er die Funktion von seinem Vorgänger übernommen, der ihm nach einer halbjährigen Übergangszeit das Zepter übergeben hat und in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist. Marius K. konnte während dieser Übergangszeit viel von seinem Vorgänger lernen, war dieser doch 23 Jahre lang der hoch angesehen Leiter der Personaladministration in dieser Firma. Das Dienstleistungsunternehmen läuft wirtschaftlich einigermassen stabil, in einem hart umkämpften Markt und beschäftigt rund 4.000 Mitarbeitende. Marius gehört als Leiter HR-SSC nun zum Management, wie schon sein Vater der vor 15 Jahren als Leiter Kreditorenbuchhaltung in den Ruhestand ging. Der Umbau der ehemaligen Personaladministration in ein HR-SSC war das erste grosse Projekt von Marius. Im Zentrum des Umbaus stand die Einführung von SAP HCM und die Digitalisierung der alten Personalakten, nun fein säuberlich und mutmasslich „state-of-the-art“ auf dem Server nach Personalnummern geordnet und gespeichert. Der Anglizismus „HR Shared Service Center“ wurde gewählt, weil die Bereichspersonalverantwortlichen sich neuerdings auch HR Business Partner nannten. Man muss ja auch mit der Zeit gehen! Weiterlesen

Was bitte hat Automobilbau mit Personaladministration zu tun?

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie befinden sich in der Montagehalle eines Automobilbauers und stehen auf der Höhe der Station, wo die fertigen Armaturenbretter in das entstehende Fahrzeug eingebaut werden. Von der Seite kommen der vorgefertigten, vollständigen Armaturenbretter in den Fahrzeugrohbau und werden mit wenigen Handgriffen eingebaut und das sich in der Assemblierung befindliche Fahrzeug, schreitet leise zur nächsten Fertigungsstation weiter. So einfach dieser kleine Schritt auch wirkt, so viel Ingenieurskunst und ganzheitlicher Prozessbeherrschung waren notwendig, um diesen Prozessschritt so einfach wirken zu lassen. Anders gesagt, hier trifft hohe Effizienz auf hohe Effektivität.

Gestatten Sie mir, liebe Blog-Leser, nun diese Montagehalle wieder mit Ihnen zu verlassen und gemeinsam den geistigen Vergleich mit der Personaladministration zu versuchen und die Unterschiede zu beleuchten. Vom Prinzip her, handelt es sich in der Montagehalle um nichts anderes, als um eine Assemblierung. Aus vielen kleineren Elementen entsteht ein grösseres Ganzes. Ähnlich verhält es sich ja auch bei der Datenerfassung, zum Beispiel, bei einem Mitarbeitereintritt. Viele kleineren Daten und Datenelemente werden zu einem grösseren Ganzen, zu einem Mitarbeiterstammsatz assembliert.

Weiterlesen

Resilienzmanagement, das neue Heilmittel der Personalwirtschaft?

Es ist doch immer wieder beeindruckend, wie in verborgenen Denkfabriken der manipulativen Führung eine Vielzahl Instrumente und Techniken entwickelt werden, um Menschen zu Aktionen zu bewegen, welche diese eigentlich gar nicht tun möchten.

Nach jahrelangem und mehrheitlich fruchtlosem Laborieren mit gezüchteter Mitarbeitermotivation, insbesondere mit dem schier zwanghaften Versuche der Motivationsförderung durch die Vorgesetzten, herrscht nun eine gewisse Resignation bei der nahen Betrachtung der Ergebnisse. Ausgefeilte Entlohnungssysteme mit komplexen Leistungs- und Erfolgsbeteiligungsmodellen scheinen an Wirkung verloren zu haben, wenn sich diese nicht gänzlich als Rohrkrepierern entwickelt haben. Die Wirkung der vielen Motivationsseminare für Führungskräfte und Mitarbeiter ist auch kaum mehr messbar. Nahezu jede Führungskraft hat getrommelt, ist in schwindelerregenden Höhen herum geklettert, hat mit Pferden geflüstert und/oder ist über glühende Kohle gelaufen, aber was hat sich nun wirklich getan? Hat sich etwas Grundlegendes an der Sinnhaftigkeit des alltäglichen Tuns bzw. an der Produktivität der einzelnen Menschen geändert? Ich befürchte sehr wenig. Die Produktivität des Mitarbeiters hat sich kaum geändert. Prozessautomatisierung, schlanke Strukturen, EDV und ähnliche Instrumente haben gesamthaft die Produktivität gesteigert aber der Mensch, ist dieser produktiver geworden? Ich glaube nein!

Weiterlesen