Arbeiten 4.0 im Mittelstand – so gehts bei PULS, dem Gewinner der HR Excellence Awards Teil 2

Das Gewinner Team

Weiter geht’s mit Teil 2 meines Interviews mit Tanja Friederichs. Vor zwei Wochen wurde der HR Excellence Award in Berlin verliehen und ich habe mich sehr über den ersten Platz der Firma PULS GmbH in der Kategorie Arbeiten 4.0 und der Nominierung in der Kategorie Digitalisierung gefreut. Zum einen, da ich die Personalleiterin Tanja Friederichs nun schon seit vielen Jahren persönlich kenne und schätze, zum anderen aber auch, da wir als BEGIS mit unserer digitalen Personalakte einen kleinen Beitrag auf dem Weg zum digitalen Unternehmen leisten konnten. Daher habe ich sofort die Chance genutzt, als Erster mit der glücklichen Gewinnerin ein Interview über den Award und die „neue“ PULS zu führen. Der erste Teil des Interviews ist bereits hier erschienen, doch nun der zweite Teil:

Aber auch das zweite Projekt, mit dem ihr angetreten seid, hat es ja unter die letzten drei geschafft. Wenn man die Projektbeschreibung liest, dann klingt das ja auch nach einem kompletten Neustart: Von Null auf 100: Vom klassischen Mittelstand in der Elektrotechnik hat sich die PULS Group in 20 Monaten zu einem modernen Unternehmen mit einer zukunftsweisenden Arbeitskultur entwickelt. Social Collaboration wird Mittelpunkt der internationalen Zusammenarbeit. HR ist DER Treiber der digitalen Transformation und verantwortet Initiierung, Umsetzung und Einbindung der Mitarbeiter international. Welche Rolle spielt denn der HR-Bereich dabei und wie seid ihr das Thema angegangen?

Tanja Friederichs: Als uns klar war, dass wir eine Social Collaboration Plattform einführen wollen, erkannten wir schnell, dass nicht die Technik die Herausforderung  war, sondern die Menschen von der Nutzung und dem Mehrwert zu überzeugen. Die neue Art und Weise der Kommunikation untereinander ist sehr viel anspruchsvoller, da alles offener und transparenter ist und das braucht Mut und Selbstvertrauen. Im Gegenzug dazu ist die klassische E-Mail doch sehr vertraulich. Daher kann HR in der Einführung die Schlüsselrolle übernehmen und zum Treiber werden.

PULS Tschechische Republik

Wir haben hierzu im HR-Bereich die Funktion des Social Collaboration & Social Media Experten aufgebaut und zusätzlich einen Auszubildenden als Social Media Experten übernommen, für den die Arbeit mit einer sozialen Plattform ganz selbstverständlich ist. Dies ist für ein mittelständisches Unternehmen ein sehr innovativer Schritt und es hat sich gelohnt. Die Beteiligung unserer Mitarbeiter, einen Content zu erstellen, liegt weltweit bei derzeit ca. 80% und das ist ein überdurchschnittlicher Wert – worauf wir sehr stolz sind.

Und HR selbst? Was macht ihr hier, um eure Prozesse digital auszurichten?

Tanja Friederichs: Wir haben unsere kompletten HR Informationen aus dem klassischen Intranet in unsere Social Collaboration Plattform übertragen. Dies bedeutet – es ist jetzt viel leichter für die Führungskräfte und Mitarbeiter Informationen zu finden und sich auszutauschen. Im Zuge des Outsourcings unserer Gehaltsabrechnung haben wir die digitale Personalakte eingeführt, welche uns die Zusammenarbeit mit dem externen Partner deutlich erleichtert und Zeit spart. Unsere Personalprozesse haben wir in ein neues Prozesstool innerhalb der PULS übertragen, welches die internationale Zusammenarbeit deutlich erleichtert.

Damit ist doch sicher nicht Schluss. Was habt ihr in den nächsten Monaten noch vor Euch?

PULS in China

Tanja Friederichs: Da hast Du Recht, wir sind mitten in einem Prozess der digitalen Transformation und damit ist noch lange nicht Schluss. Aus China gibt es den Wunsch, unsere jährlichen Performance-Gespräche über ein Smart-Phone abzubilden. Für die Einarbeitungsphase und die klassischen Mitarbeitergespräche in der Entwicklung haben wir ein Pilotprojekt gestartet, welches eine deutlich agilere Feedbackkultur abbildet und ein selbstverantwortliches Arbeiten fördert. Wir als HR-Abteilung haben uns vorgenommen, uns viele neue Arbeitsmethoden anzueignen, um die Bereiche zu unterstützen und da sind wir schnell mit Begrifflichkeiten wie Design Thinking, Lean ABC und agile Arbeitsorganisationen dabei. Es bleibt also weiterhin spannend und die Treiberrolle einer Evolution im Rahmen der Digitalisierung gefällt uns. Wir werden diese Chance nutzen.

 

Zum Schluss noch – was hat euch bewogen, sich der Bewertung durch die Jury zu stellen, warum die Teilnahme an dem Award?

Tanja Friederichs: Wir sind stolz darauf was und wie wir es machen. Das bedeutet für uns, dass wir nicht einfach kopieren, sondern wir gehen unseren ganz individuellen Weg. Da ist es wichtig, von Zeit zu Zeit sich ein Feedback von außen zu holen. Hier erfährt man dann wirklich, ob man auch einen zukunftsweisenden Ansatz hat. Mit unseren beiden Projekten ist uns dies gelungen und natürlich empfinden wir den Human Excellence Award 2016 in der Kategorie Arbeiten 4.0 als eine besondere Auszeichnung.

Tanja, vielen Dank für das spannende Interview. Lass uns doch in ein paar Monaten nochmal sprechen, wie sich die Themen entwickelt haben.

 

Und das ist Tanja Friederichs:

Bei PULS ist Tanja im Rahmen ihrer Tätigkeit als Vice President Human Resources für die weltweite Personalpolitik verantwortlich und unterstützte maßgeblich beim Aufbau der Produktionsstandorte in Tschechien und China. Aktuell liegt der Fokus auf dem Projekt „Einführung einer Social Collaboration Platform“ zur Abbildung eines transparenten Wissensmanagements.

Während ihrer Tätigkeit als Interimsmanager und Personalberaterin unterstützte und beriet Tanja zudem seit 2000 zahlreiche zufriedene Kunden in den Bereichen Pharma, Bankwesen und Telekommunikation. Eine erfolgreiche Strategie für die Personalsuche, Aufbau von Personalabteilungen sowie ihre langjährige Erfahrung als Consultant im HR-Bereich machen sie zu einem wertvollen Sparring-Partner für PULS.

Mitgliedschaften und berufliche Schwerpunkte:

  • Teilnahme an den Zukunftswerkstätten der DGFP für den Schwerpunkt Digitalisierung und Enterprise 2.0
  • Prüfungsmitglied im IHK-Komitee für kaufmännische Berufe
  • Gast-Referentin für Shanghai an der Fachhochschule München
  • Gast-Referentin an der Tongji-Universität in Shanghai

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