7 Fragen an Christian Vetter von HRForecast

Nach den ersten Interviews mit den Chefs von HRinstruments, metru und ZΛLVUS stellt sich heute Christian Vetter meinen Fragen. Christian beschäftigt sich mit seinem HR-StartUp HRForecast_logoHRForecast vor allem mit dem Thema Big Data im Personalwesen.

Wer ist HRForecast und was machst Du da?

HRForecast nutzt innovative Big Data Technologien um alle Fragen rund um das Thema Personal zu beantworten. Unser integrierter Workforce Management Ansatz ermöglicht es, eine HR Strategie zu entwickeln und umzusetzen, welche perfekt auf die Bedürfnisse von morgen ausgerichtet ist. Wir begleiten den Kunden dabei von der Problemanalyse über die Strategieentwicklung bis hin zur Umsetzung einzelner Maßnahmen. Meine Rolle bei HRForecast ist zum einen die generelle Geschäftsführung sowie im speziellen das Thema Datenanalysen.

Wie ist denn Eure Unternehmensidee entstanden und was wollt Ihr mit Eurer Firma erreichen?

Wir kommen alle aus dem Finanz- und Controllingbereich und bringen eine hohe Affinität für IT mit. Entstanden ist die Idee vor ca. fünf Jahren, als wir im Zuge eines Forschungsprojektes gemeinsam mit großen Unternehmen die Problematik der strategischen Personalplanung beleuchtet haben. Wir haben im Nachgang die uns aus dem Arbeitsalltag bekannten komplexen Planungsmodelle aus der Geschäftsplanung um die HR Planung erweitert. Seitdem haben wir unsere Modelle immer weiter verfeinert, so dass wir heute die Personalplanung unter Berücksichtigung von makroökonomischen sowie unternehmensspezifischen Planungsparametern umsetzen können und noch eine breite Palette an weiteren strategischen „Use Cases“ abbilden können. Unser Ziel ist es, mittelfristig auf dem Beratungsmarkt als etablierter Player im Bereich der Strategie und des Personalmanagements wahrgenommen zu werden.

Personaler gelten als nicht sehr innovativ und eher technikfeindlich, vor allem wenn es um die eigene Rolle geht. Warum gerade diese Branche und wie habt Ihr dieses Vorurteil bisher erlebt bzw. wie wollt Ihr dem entgegenwirken?

Da die HR Arbeit hierzulande größtenteils durch operative und administrative Tätigkeiten geprägt ist, ist es in der Tat nicht einfach unsere Services zu platzieren. Wir haben uns daher sehr früh entschlossen, unsere Tools nicht mit Lizenzierungsverträgen zu verkaufen sondern unser Angebot als Managed Service anzubieten. Gerade bei Unternehmenslenkern kommt das sehr gut an. Zum einen weil diese das strategische Verständnis auch im Bezug auf das Personal mitbringen und zum anderen an einer schnellen und unkomplizierten Umsetzung des Projektes interessiert sind. Denn dem Kunden bleibt der langwierigen Prozess des Softwareerwerbs und deren Integration in die IT-Landschaft erspart. Außerdem benötigt der Kunde keine Spezialisten im Bereich des Datenmanagements, da wir das für ihn übernehmen. Ich bin davon überzeugt, dass in den nächsten Jahren Big Data als Dienstleistung im HR immer wichtiger werden wird. Es ist also gut, von Anfang an dabei zu sein.

Was waren die größten Schwierigkeiten am Anfang und wie seid Ihr damit umgegangen?

Am schwierigsten war es, sich gegen die vielen etablierten Beratungsgrößen durchzusetzen. Obwohl wir günstiger anbieten und schneller umsetzen können tendieren viele Kunden dazu, gerade bei strategischen Entscheidungen, auf die großen Namen zu setzen. Wir schaffen es aber immer mehr, uns in diesem Bereich zu platzieren und merken auch, dass Kunden immer mehr offener für Innovationen werden.

Welcher war bisher Euer größter Erfolg und wie habt Ihr diesen gefeiert?

Wir wurden und werden immer wieder von etablierten Beratungsunternehmen auf Kooperationsmöglichkeiten angesprochen, was uns darin bestätigt, mit unserer Methodik den richtigen Weg zu gehen. Wir feiern Erfolge am liebsten mit unseren Mitarbeitern, da jeder einzelne einen maßgeblichen Anteil an dem Erfolg hat.

Was würdest Du in der Personalarbeit sofort ändern und warum?

Ich würde den Personaler stärker in die Unternehmensstrategie miteinbeziehen. Viele Personaler sind wenig bis gar nicht in strategische Entscheidungsfindung eingebunden, was zu kurzfristigen Personalmaßnahmen führt. Das bringt unnötige Kosten und Produktivitätseinbußen einher. Außerdem profitiert am Ende jeder einzelne Mitarbeiter von einer klaren Unternehmensstrategie, wenn Karrierepfade aktiv gesteuert und Talente gezielt entwickelt werden.

Lass uns zum Abschluss mal in die Zukunft schauen. In 2 Jahren seid Ihr …

…nicht nur bei strategischen Personalentscheidungen in Unternehmen eingebunden, sondern auch bei öffentlichen Entscheidungsfindungsprozessen etabliert. Wir arbeiten gerade daran, unsere Analysen, Simulationen und Planungsansätze auf die nächste Stufe zu heben. Wir wollen das Bildungswesen, den Arbeitsmarkt sowie kommunale Entscheidungen optimieren und erhoffen uns dadurch, dass von unserer Leidenschaft für den Menschen auch jeder einzelne Bürger unmittelbar profitieren kann.

Und das ist Christian Vetter

hrforecast-5Christian Vetter durchlief nach seinem Dualen Studium mehrere Positionen im Siemens Konzern, u.a. im Vertrieb und in der Supply Chain Planung bei der Lichtsparte Osram. Seit der Gründung von HRForecast ist er als Geschäftsführer für die Produktbereiche Datenanalyse und Simulationen zuständig. Durch seine interdisziplinäre Erfahrung sowohl in der Industrie als auch in der Beratung, hat er ein breites Verständnis von personalwirtschaftlichen Problemstellungen sowie von deren Beantwortung unter Verwendung innovativer Datentechnologien.

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Über Thomas Eggert

Schon seit fast 30 Jahren beschäftige ich mich mit dem Thema Personalarbeit, ob zuerst als Personalmanager oder später als Partner der Personalmanager. Meine Themen sind vor allem das operative Personalmanagement, das neben den Themen wie Recruiting oder Personalentwicklung die Basis des Personalgeschäfts absichert und weiterhin die Effizienz in modernen Personalabteilungen. Ich bin heute Geschäftsführer bei der BEGIS GmbH und SiiWii GmbH und in den verschiedensten Gremien, unter anderem als Beirat der Messe Zukunft Personal tätig.

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